Feldlager von Tillys Kanonieren und Marketenderinnen
Beim Ausbruch des Dreißigjährigen Kriegs wurde Tilly, geboren 1559 im heutigen Belgien, zum Feldmarschall der katholischen Liga ernannt. Er gewann am 8. November 1620 die Schlacht am Weißen Berg und brach 1621 gegen den Grafen Ernst von Mansfeld auf. Diesen verfolgte er bis in die Oberpfalz und weiter in die Rheinpfalz. Tilly wurde am 27. April 1622 vom Markgrafen Georg Friedrich von Baden-Durlach und Mansfeld bei Wiesloch geschlagen, besiegte aber dann Georg Friedrich von Baden-Durlach am 6. Mai bei Wimpfen am Neckar. Danach besiegte Tilly Herzog Christian von Braunschweig am 20. Juni in der Schlacht bei Höchst und eroberte Heidelberg, Mannheim und Frankenthal (Pfalz). Infolge des entscheidenden Siegs am 5. und 6. August 1623 bei Stadtlohn im Münsterland über den Herzog von Braunschweig wurde Tilly vom Kaiser in den Grafenstand erhoben. Er belagerte und eroberte in dieser Zeit mehrere niedersächsische Städte. Am 31. Mai 1626 ergriffen Tillys Soldaten plündernd und mordend von der Stadt Münden Besitz. Kurz darauf begann er, Göttingen zu belagern und zu beschießen. Durch Harzer Bergleute ließ er sogar die Leine umleiten und versuchte, alle Wasserzufuhren zu sperren. Anfang August 1626 war die Belagerung erfolgreich abgeschlossen und Tilly konnte einziehen.
Im August 1626 überfielen die katholischen Truppen des Grafen Tilly Seesen. Sie plünderten und verbrannten die Stadt und zogen zehn Kilometer weiter in die große Schlacht von Lutter am Barenberge, wo sie den evangelischen Dänenkönig Christian besiegten. Die Schlacht begann am 27. August 1626 morgens um 11:00 Uhr. Am Abend bedeckten 10.000 Tote das Feld. Die Gefangenen wurden erhängt.
Am 15. April 1632 wurde Tilly bei einer Schlacht in Bayern schwer verwundet und er starb am 30. April 1632 in Ingolstadt.
Sein Leichnam wurde zunächst in der Ingolstädter Jesuitenkirche bestattet. Er wurde 1652 nach Altötting überführt und liegt dort heute in einem gefensterten Sarg in der Tilly-Gruft der Stiftskirche.
Dargestellt wird dieses Feldlager von den Mitgliedern des Seesener Schützenverein von 1956 e.V., die seit 1975 am Sehusafest teilnehmen.
Die dargestellte Kanone wurde in Eigenleistung 1975 gebaut und wird seit dieser Zeit beim Sehusafest mitgeführt.
Tillys Feldzug der Kanoniere
Die Kanoniere ziehen in die Stadt ein. Jedes Jahr wird ein Feldzug von Tillys Kanonieren von Herrhausen nach Seesen dargestellt. Sonntag, Abmarsch 10 Uhr, in Herrhausen, wobei sie die große Kanone per Hand mitziehen. Die Marketenderinnen begleiten ihre Männer mit Proviant. Beim Sägewerk "Bockfeld" wird eine Rast eingelegt.
Der Einzug durch das Stadttor in der Marktstraße erfolgt gegen 11.30 Uhr zum Lager auf dem Festplatz.
Kontakt:
Seesener Schützenverein von 1956 e.V.
Bernd Schwerdtfeger (1. Vorsitzender)
Tel.: 0163 9101447












